Hier finden Sie alle Informationen zu den Musikerpersönlichkeiten, die unserem Ensemble in der laufenden Saison wichtige Impulse geben. Oft prägen sie den Charakter eines ganzen Programms, sei es als Gastdirigenten, Sängerinnen, Komponisten oder Performerinnen. Manchmal steht auch nicht so sehr ein Mensch als vielmehr ein besonderes Instrument im Vordergrund, wie der Sheng oder das Theremin.
Luftschlösser (Dezember 2025)
Francesc Prat
Dirigent
Beat Gysin
Komponist
Im freien Fall (Januar 2026)
Azul Lima
Laute
Antoine Fachard
Komponist
De Profundis (März 2026)
Jonas Jud
Bass
Joelle Salome Götz
Komponist
De Profundis (März 2026)
David Philip Hefti
Komponist
Olivier Wyrwas
Truhenorgel
Sandburgen (Juni 2026)
Tumasch Clalüna
Sänger
Florens Meury
Vocal Artist
Kaspar Ewald
Komponist
FRANCESC PRAT Dirigent
ist ein katalanischer Dirigent und Komponist. Er studierte am Conservatori Superior de Música Barcelona, an der Musikhochschule Luzern, an der Musik-Akademie Basel und an der Zürcher Hochschule der Künste. Mit seinem Schwerpunkt auf Neue Musik etablierte er sich in der Musikszene insbesondere in Spanien und der Schweiz durch Engagements u.a. beim Lucerne Festival, bei der Basel Composition Competition, der Art Basel und dem Sónar Festival in Barcelona. Im Oktober 2012 wurde seine erste Oper im Gare du Nord in Basel uraufgeführt. Von 2012 bis 2015 war er Assistent von Josep Pons am Gran Teatre del Liceu Barcelona, wo er bereits zuvor Sebastian Weigle assistierte. Als Assistent des britischen Dirigenten Ivor Bolton am Teatro Real in Madrid debütierte er 2016 mit Wagners ‹Das Liebesverbot›. Weitere Engagements führten ihn ans Theater Basel, die Dutch National Opera, die Neuköllner Oper Berlin, das Teatro de la Zarzuela Madrid und das Teatre Lliure Barcelona. In der Spielzeit 2019/20 gab er sein Debüt am Gran Teatre del Liceu mit einer Kammeroper des zeitgenössischen Komponisten Joan Magrané. Er dirigierte namhafte Orchester wie die Essener Philharmoniker. Mit dem Sinfonieorchester Basel, der Basel Sinfonietta, dem Nederlands Kamerorkest und dem RTV Slovenia Symphony Orchestra verbindet ihn eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Er ist künstlerischer Leiter des Orquestra de Cambra de l’Illa de Menorca. Francesc Prats Kompositionen, hauptsächlich Kammer- und Ensemblemusik, wurden mehrfach ausgezeichnet.
BEAT GYSIN (*1968) Komponist
studierte in Basel Klavier, Chemie, Komposition bei Th. Kessler und H. Kyburz und Musiktheorie bei R. Moser und D. Müller-Siemens. Gysin stammt aus einer Musikerfamilie und schrieb seit seiner Jugend über fünfzig (z.T. preisgekrönte) Werke für verschiedene Besetzungen; von Solos bis Orchesterwerken in grosser Besetzung. Sein besonderes Interesse gilt der Räumlichkeit von Musik. Im Schnittbereich zwischen Musik und Architektur entwirft er Projekte, in welchen das dreidimensionale Hören und seine Verbindungen zum musikalischen Hören erkundet. Er erfindet Pavillons, die besondere Höranordnungen ermöglichen. An ungewöhnlichen Aufführungsorten sucht er spezifische Zusammenhänge zwischen Musik und Raum.
Aus diesem Interesse heraus initierte er 2015 das Festival Zeiträume Biennale für Neue Musik und Architektur, weit über die Region Basel hinaus einen Fokus auf das Zusammenspiel der beiden Disziplinen Musik und Architektur setzte.
Beat Gysin lebt und arbeitet in Basel.
AZUL LIMA Laute
ist ein Theorbist aus Argentinien, der in Basel, Schweiz, lebt.
Er gestaltet Klangfarben mit einer breiten Palette historischer Zupfinstrumente und ist bekannt für seine innovativen Continuo-Interpretationen. Als vielseitiger Musiker umfasst seine Arbeit auch Improvisation und Arrangements. Seine musikalische Tätigkeit ist intensiv und vielfältig – er tritt als Solist, in Kammermusik-ensembles und in Opernproduktionen auf.
Im Laufe seiner Karriere hat er mehr als 70 Aufnahmen für verschiedene Labels und Ensembles gemacht.
Er hat mit renommierten Künstlern und Dirigenten der klassischen Musik zusammengearbeitet, darunter René Jacobs, Riccardo Minasi, Hervé Niquet, Ottavio Dantone, Daniela Dolci, Rudolf Lutz, William Christie, Jean Tubéry, Paul Van Nevel, Enrico Onofri und Jordi Savall.
Derzeit arbeitet er mit La Scintilla (Opernhaus Zürich) unter der Leitung von Harry Bicket, dem Kammerorchester Basel (KOB), René Jacobs und Ulrich Mortensen. Außerdem ist er an verschiedenen Kammermusikprojekten mit Anastasia Kobekina und Maurice Steger beteiligt.
ANTOINE FACHARD (*1980) Komponist
Wurde in Albany (USA) geboren und wuchs in Lausanne auf. Er studierte zunächst Klavier und Trompete am Conservatoire de Lausanne bevor er in Bern seinen Master in Komposition bei Daniel Glas absolvierte.
Als Sohn einer griechischen Mutter ist für ihn die Auseinandersetzung mit der musikalischen Tradition Griechenlands ein Schwerpunkt seines Schaffens. Er spielt auch diverse Instrumente der traditionellen griechischen Musik und arbeitete mit Komponisten wie Mikus Theodorakis oder Nikos Mamangakis zusammen und besuchte Masterclasses u.a. bei Helmut Lachenmann, Heinz Holliger und Pierre Boulez.
Seine Kompositionen werden von verschiedenen Ensembles vor allem in Deutschland und der Schweiz aufgeführt, er erhielt den 1. Preis für Komposition der Fondation Marcelle de Lacour, Paris. Er lebt und arbeitet in Lausanne.
JONAS JUD Bass
wurde in St. Gallen geboren. Erste Gesangsstunden in der Heimat führten zu ersten Erfolgen unter anderem dem 1. Preis im Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb. Sein erstes Engagement verpflichtete ihn im Sommer 2016 mit der Rolle des Caronte in der Oper ‹l’Orfeo‹ von C. Monteverdi. Im gleichen Jahr wurde ihm am ‘XV International Olga Sosnovskaya Young Vocalists Contest’ in Syktyvkar-Russland der ‘Grand-Prix’ verliehen.
Engagements am Isny Opernfestival, an den Opernspielen Munot in Schaffhausen folgten, sowie die Einspielung von L’infinito von Jean Guillou in Villansanta. Kurz darauf debütierte er in Italien im Teatro Civico die Schio als Sarastro.
Konzerte als Solist mit dem ‘Appenzeller Kammerorchester’ und dem ‘Academic Orchestra Lodz’ aus Polen, dem gemischten Chor Wald, dem Chor ‘Weisse Nächte’ aus Zürich und dem ‘Coro insieme Vocale città di Conegliano’ gehören als Sternmomente zu seinem Lebenslauf.
Seit September 2022 ist Jonas Jud Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich.
JOELLE SALOME GÖTZ (*2001) Komponistin
wuchs in Potsdam (DE) auf, wo sie Klavier und Gesangsuntericht erhielt und schon in jungen Jahren zu komponieren begann. Nach ihrem Abitur nahm sie klassischen Kompositionsunterricht bei Stefan Lienenkämper. 2021 begann sie Komposition an der Musikhochschule Basel bei Caspar Johannes Walter zu studieren. Dort schloss sie 2024 ihr Bachelorstudium ab. Des Weiteren studiert sie seit 2021 Hindustani Classical Music am Ali Akbar College of Music. Joëlle war als Sängerin im Landesjugendchor Brandenburg und im Jungen Kammerchor Basel, sowie bei PourChoeur Basel tätig. Joëlle gewann mehrere Preise bei Jugend Komponiert, und ihre Stücke wurden bei Festivals wie dem Musik 21 Festival, Intersonanzen, den Randfestspielen, und der GrenzTherapie aufgeführt. Ihr kompositorischer Fokus verbindet detailreiche Klangfarbenarbeit, mit starkem emotionalen Ausdruck und interdisziplinären Ideen. Joëlle ist außerdem als Sängerin tätig und performt häufig als Composer Performer in ihren eigenen Stücken.
DAVID PHILIP HEFTI (*1975) Komponist
Aufgwachsen in St. Gallen, studierte an den Musikhochschulen in Zürich und Karlsruhe Komposition, Dirigieren, Klarinette und Kammermusik u.a. bei Cristóbal Halffter, Rudolf Kelterborn, Wolfgang Meyer, Wolfgang Rihm und Elmar Schmid. David Philip Hefti gehört als Komponist und Dirigent zu den herausragenden Schweizer Musikerpersönlichkeiten. Sein über 100 Kompositionen zählender Werkkatalog umfasst Orchester-, Vokal- und Kammermusik. 2013 erhielt Hefti den Komponistenpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, 2015 den Hindemith-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals und 2023 den Composer Award der International Classic Music Awards ICMA. Außerdem gewann er die Kompositionswettbewerbe Pablo Casals in Prades, George Enescu in Bukarest und den Gustav-Mahler-Wettbewerb in Wien. Seine Orchesterwerke wurden u.a. von den Dirigenten Peter Eötvös, Cornelius Meister, Kent Nagano, Jonathan Nott, Kazuki Yamada, Giancarlo Guerrero, Andris Poga, Roberto Gonzáles-Monjas, Michael Sanderling, Mario Venzago und David Zinman aufgeführt.
David Philip Hefti lebt und arbeitet in Therwil (BL).
FLORENS MEURY Vocal Artist
wurde in Basel geboren und entdeckte schon früh seinen Mund als günstiges und immer verfügbares Instrument. Bald erweiterte er seine Instrumentarium um Schlagzeug und Bass.
Nach der Matura besuchte er die renommierte Tontechnik-Schule SAE in London und komplettierte so sein Repertoire.
Er gründete diverse Bands und war von 2004 bis 2010 Mitglied der erfolreichen Basler a-cappela Band The Glue. Inzwischen tritt er als Vocal Artist Einmund auf und hat unlängst sein Debüt Album «Stimmt» heraugebracht. Florenz Meury lebt in Basel und Weimar.
TUMASCH CLALÜNA Sänger
wurde in Basel geboren und ging nach Matura und Lizenziat ans Theater Basel, wo er 4 Jahre lang in verschiedenen Funktionen tätig war. Zuletzt 2025 als Regisseur der Produktion «Die letzten 48 Stunden». 2011 gründete er seine freie Company Kurzer Prozess mit der er 6 Produktionen im Roxy Birsfelden und fürs Wildwuchsfestival realisierte. Von 2018 – 2024 spielte seine inszenierung des Musicals Stärnestaub im Theater Fauteuil am Spalenberg in Basel. Er ist seit 1998 Mitglied der erfolgreichen a-cappella Gruppe The Glue. Seit 2015 ist er Geschäftsführer des Festivals Neue Musik Rümlingen und übernimmt mit der Spielzeit 25/26 auch die Geschäftsleitung der Camerata Variabile. Tumasch Clalüna lebt in Basel. Er ist membro des Istituto Svizzero di Roma.
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KASPAR EWALD (*1963) Komponist
Nachdem Kaspar Ewald vorwiegend Stücke für die eigene Jazzrock-Bigband mit wechselndem Namen „Yxnødsürp'“, „Anarchodröhn“ und „KGB“ (Kaspars Grosse Band) geschrieben hatte, studierte er von 1990 bis 1996 an der Musik-Akademie Basel bei Detlev Müller-Siemens (György Ligeti, Olivier Messiaen) und Roland Moser (Sándor Veress, Wolfgang Fortner) Komposition und Musiktheorie. Die Ausbildung wurde ergänzt durch Unterricht an der Jazzschule Basel bei Hans Feigenwinter und ein Filmmusikseminar bei Ennio Morricone. 1997 erhielt Ewald den ersten Werkjahrbeitrag der Stiftung Christoph Delz, Basel, welcher ihm die Komposition des Musiktheaterstücks Brambilla ermöglichte. Nach ergänzenden Studien im Elektronischen Studio der Hochschule der Künste in Berlin und einem weiteren Auslandaufenthalt in Amsterdam war Kaspar Ewald 1999 v.a. als Produktionsleiter tätig. Lehrer an der Musikhochschule Zürich ist er seit Herbst 2000. Neben Auftragskompositionen für diverse Ensembles schreibt Ewald v.a. Stücke für sein aus klassischen Musikern und Jazzern zusammengesetztes „Exorbitantes Kabinett“. Mit Vorliebe komponiert er Musik für die Bühne.
OLIVIER WYRWAS Truhenorgel
1991 in Moselle geboren begann Olivier Wyrwas seine musikalische Ausbildung am Metzer Conservatoire. Bei Norbert Pétry entdeckte er die Alte Musik und sein musikalischer Werdegang erfuhr eine entscheidende Wendung, als er die die Renaissance-Orgel der Kathedrale von Saint Etienne in Metz kennenlernte. Er führte seine Studien an der Schola Cantorum in Basel (CH) fort, wo er Orgel, Cembalo und Generalbass sowie Improvisation bei Wolfgang Zerer, Lorenzo Ghielmi, Jörg-Andreas Bötticher, Andrea Marcon, Jesper Christensen and Dirck Börner studierte und mit zwei Master-Diplomen abschloss.