SAISONÜBERSICHT

Saison 25/26 | Status Quo: Vanitas

Die Saison bringt mit den Werken von Varèse und Gysin eine nicht nur nostalgische Rückschau (Luftschlösser) auf Idyllen der Vergangenheit von Wagner und Janacek. Im zweiten Programm (Im freien Fall) fallen wir mit den fallenden Bässen der Barockmusik und neuer Kammermusik von Feldman, Widmann, Winkelman und Holliger der unentrinnbaren Schwerkraft anheim.
Das Programm (De Profundis) vor Karfreitag ist dann mit Werken vom Barock bis zur Uraufführung dem Endpunkt dieses Falls gewidmet: es ist eine Hommage an unsere eigene Endlichkeit und eine Frage nach der künstlerischen Fruchtbarkeit von «down & out» – am Boden zerstört. 
Am vierten Abend (Fata Morgana) verlieren wir uns in akustischen Spiegelungen von Bonis, Spohr, Schoenfeld und einer dreiteiligen Uraufführung von Jakob Philip Hefti.
Am Schlussabend (Sandburgen) feiern wir schliesslich mit einem kühnen Crossover skandinavisch-schweizerischer Art alle grossen Vorhaben, von denen keines dem Zahn der Zeit entrinnt.

Jede künstlerische Auseinandersetzung mit der uns umgebenden Welt ist idealerweise eine ehrliche Frage nach dem, was gerade JETZT der Fall ist: dem Status Quo.
Dem Ausdruck an sich wohnt ein Wissen um die allem innewohnende Veränderlichkeit inne. Das, was jetzt wichtig und wahr scheint, ist im nächsten Moment schon Vergangenheit: Vanitas – Vergeblichkeit überall. Die grössten Werke der Musikgeschichte legen Zeugnis davon ab, wie die Musik als flüchtigste aller Künste der Daseinsproblematik der Vergänglichkeit die sublimsten und berauschendsten Erfahrungen abgewinnen kann.
Und so soll sie uns helfen, ein besseres Verständnis zu gewinnen für unsere, sich immer zwischen Zukunft und Vergangenheit, Ursache und Wirkung, Sein und Zerfall entfaltende Welt.
Denn wie oft schafft die Kraft der Melodie einen Zusammenhang unter Vorkommnissen, die sonst der Erinnerung nur als eine Serie von Momentaufnahmen erscheinen würden. Und manchmal schenkt sie uns damit ein Innehalten und eine kleine Vorahnung der Ewigkeit.

Nebst berühmten Werken von Bach bis Wagner hören wir auch neue Einsichten von fünf KomponistInnen denen wir Aufträge zu diesem Thema vergeben haben:
Beat Gysin bringt uns ein spartenübergreifendes Werk in Luftschlösser, Antoine Fachard schreibt uns für das Programm Im freien Fall, Joëlle Götz baten wir um einen Beitrag zu De Profundis, Jakob Philip Hefti für Fata Morgana und Kaspar Ewald für das Cross-Over Projekt Sandburgen. Damit haben wir erstmals fünf Uraufführungen in einer Saison – alle sinnvoll zwischen älteren und bestehenden Werken eingebettet, sodass der Zugang dazu auch einem nicht auf neue Musik spezialisierten Publikum leichter fallen wird.

Unsere Saison-Abos

Einzelabo: CHF 195
Partnerabo: CHF 325

Mit dem Abonnement der Camerata Variabile besuchen Sie alle 5 Konzerte der Saison entweder in Basel/Binningen, Zürich, Bern/Fribourg oder Schaffhausen/Diessenhofen/ Neuhausen. Wenn Ihnen ein Konzertprogramm besonders gut gefällt, dürfen Sie uns mit dem Abo auch gerne ein zweites Mal in einer anderen Stadt besuchen kommen. Bei Fragen zu unseren Abos schreiben Sie uns gerne auf info@camerata-variabile.ch