Musketiere

Musketiere

Mi 1. November 2023 | 19:30

Konservatorium Zürich

Do 2. November 2023 | 19:30

Don Bosco Basel

Fr 3. November 2023 | 19:30

Kultur & Kongresshaus Aarau

Sa 4. November 2023 | 19:30

Rathauslaube Schaffhausen

Programm

Ferenc Farkas
Aus: La cour du Roi Matthias, Suite de Danses 
für Klarinette, Fagott, Horn, Violine, Viola,
Violoncello, Kontrabass

André Caplet
Légende, poème symphonique
für Oboe, Klarinette, Saxophon, Fagott,
Streichtrio und Kontrabass

Fabian Müller
Aus: Verliebt i Züri
für Oktett
Turikante Galopp – Min Schlapphuet –
Verliebt i Züri – Uf em Is – Für de Ueli –
Im Abigliecht – Üetliberg Schottisch

George Onslow
Nonett in a-Moll op. 77a
für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Horn,
Violine, Viola, Cello und Kontrabass

Musiker:innen

Isabelle Schnöller, Flöte
Matthias Arter, Oboe
Karin Dornbusch, Klarinette
Rui Lopes, Fagott
Antonio Lagares, Horn
Sascha Armbruster, Saxophon
Helena Winkelman, Violine
Alessandro D’Amico, Viola
Christoph Dangel, Violoncello
Stefan Preyer, Kontrabass

Alexandre Dumas hat die drei Freunde und ihr Motto «einer für alle, alle für einen» 1844 mit seinem Roman weltberühmt gemacht. Es ist vielleicht die Art von Gemeinschaft, mit der sich die Camerata Variabile am meisten identifiziert. Versucht man jemandem zu erklären, wie anders es sich anfühlt, in einer Kammermusikgruppe zu spielen als in einem Orchester, so wird man am ehesten verstanden, wenn man sagt, dass das Orchester eher wie eine Armee aufgestellt ist, eine gute Kammermusikgruppe dagegen den Musketieren ähnelt. Ihre bei aller charakterlichen Unterschiedlichkeit unerschütterliche Treue zueinander, ihr unkonventionelles Genie, das immer wieder gegen Machtstrukturen und Intrigen Partei ergreift, sowie ihre Wendigkeit und Selbstverantwortung liess sie zu Recht legendär werden. All dies machte die Musketiere trotz ihrer geringen Zahl zu einer Kraft, mit der man rechnen musste.

Das Programm beginnt am Hof des Königs Matthias mit einer Tanzsuite des ungarischen Komponisten Ferenc Farkas. Er war Lehrer von György Kurtág und György Ligeti und hat über 700 Werke hinterlassen, als er im Jahr 2000 starb.

Anschliessend nimmt das Programm Bezug auf die Schweizer Tradition des Söldnertums: 400 Jahre lang standen Schweizer Soldaten bei fremden Heeren in Diensten. Dies umfasste von Grossbritannien über Italien, Frankreich und das habsburgische Reich fast ganz Europa. Sie waren für ihre Tapferkeit berühmt und berüchtigt, und man weiss aus Militärdokumenten in Frankreich, dass sie nur aus zwei Gründen desertierten: Entweder wurden sie nicht bezahlt, oder sie hörten, wie jemand ein Zäuerli sang. Davon bekamen sie solches Heimweh, dass sie krank wurden und zurück nach Hause mussten. Deswegen war das Singen dieser langsamen Jodel im Militärdienst verboten. In diesem Zusammenhang spielen wir aus dem Zyklus «Verliebt i Züri» von Fabian Müller unsere Favoriten.  Darin werden immer wieder Schweizer Tänze und Melodien hörbar und wir senden damit den Schweizer Fremdenlegionären von damals einen kleinen Gruss aus unserer Zeit.

Caplets Légende für acht Instrumente erhielt später (1905) eine Fassung für Saxophon Solo und Orchester. Der Komponist liess sich immer wieder von Geschichten inspirieren (u. a. von Edgar Allen Poe), und so ist auch dieses Werk eine musikalische Erzählung voller prächtiger impressionistischer Farben.

Den Abschluss des Konzertes bildet das fünfsätzige grosse Nonett von Onslow. Es ist ein veritables Schlachtpferd der grossbesetzten Kammermusik, das jedem Instrument Gelegenheit gibt, in freundschaftlichem Wetteifern – denn concertare heisst nichts anderes – seine besten Qualitäten und grösste Virtuosität zu zeigen. Es entstand nur vier Jahre nach dem Roman von Dumas.