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Kein Klaviertrio, kein Streichquartett, kein Bläserquintett, sondern alles zusammen: Das ist die Camerata variabile. Ihr Modell sieht statt einer festen Besetzung bewegliche Formationen vor, die vom Solostück bis zu Arrangements von Orchesterwerken alle Kombinationsmöglichkeiten erlauben. Dadurch verbindet sich ein starkes Ensemblebewusstsein mit der Selbständigkeit musikalischen Denkens. Diese konzeptionelle Freiheit eröffnet der Programmgestaltung ein weites Feld.

Das Ensemble besteht aus international tätigen MusikerInnen, die sich seit Jahren speziell der Kammer-musik widmen. Eine grosse Qualität des Ensemble sind die sorgfältig recherchierten, themenorientierten Programme, welche die Musik in einen grösseren Kontext setzen, darunter: Liebeskunst, Bewusstsein, Die 4 Elemente, Kosmos, Le Contrat Social, Homo ludens, Sturm etc. Sehr wichtig ist der Camerata variabile, dabei alte und neue Musik in einen Bezug zu einander zu setzen und dadurch auch Zuhörern, die sich nicht als Spezialisten für neue Musik sehen, Wege zum Verständnis des zeitgenössischen Musikschaffens zu eröffnen. Im Dienste dieser Vermittlung schlägt das Ensemble oft auch eine Brücke zu andern Kunstformen (Bildende Kunst, Theater, Film, Literatur).

Die Camerata variabile interpretiert dabei nicht nur heraus-ragende Werke des 20. Jahrhunderts von Ligeti, Messiaen, Kurtag, Grisey, Riley, Stockhausen, Carter, Eötvös, Holliger, Gubaidulina, Kelterborn, Sciarrino, Berio u. a. Es ist dem Ensemble auch ein besonderes Anliegen, neue Werke von vielversprechenden Schweizer KomponistInnen uraufzuführen. In den letzten Jahren wurden Aufträge vergeben an Kaspar Ewald, Michael Pelzel, Stefan Wirth, Martin Jaggi, Caroline Charrière, Iris Szeghy, Junghae Lee, Werner Bärtschi, Christophe Schiess, Jean-Jacques Dünki, Sarah Hässig, Marina Korkhova, Mario Pagliarani, Werner Bärtschi, Garth Knox, Daniel Glaus, Mischa Käser, Isabel Klaus, Dominik Blum, Silvan Loher, David Sonton Caflisch und Nadir Vassena. Neben den grossen Klassikern wie dem Septett von Beethoven oder den Oktetten von Mendelssohn und Schubert präsentiert die Camerata variabile auch immer wieder vergessen gegangene oder noch unbekannte Werke des 19. und 20. Jahrhunderts und bringt damit verloren gegangenes Repertoire ins öffentliche Bewusstsein zurück.

Die Camerata variabile wurde 1994 von Simon Gaudenz in Basel gegründet und bis 2005 geleitet. 2005 bis 2010 bestand die Co-Leitung aus Karin Dornbusch, Helena Winkelman und Christoph Dangel. 2010 übernahm die Schweizer Komponistin und Geigerin Helena Winkelman die künstlerische Leitung, und im Jahr darauf wurde die Geschäftsführung professionalisiert.

Zur Stammbesetzung gehören Helena Winkelman und Manuel Oswald (Violinen), Alessandro D‘Amico und Lea Boesch (Violen), Christoph Dangel (Violoncello), Isabelle Schnöller (Flöte), Karin Dornbusch (Klarinette), Stefka Perifanova (Klavier), Rui Lopez (Fagott), Consuelo Giulianelli (Harfe) und Julien Mégroz (Perkussion). Dazu kommt eine Reihe von Gästen. Die Camerata variabile arbeitet regelmässig mit international bekannten Solisten zusammen wie Lydia Kavina (Theremin), Wolfram Christ (Viola), Thomas Demenga (Cello), Garth Knox (Viola), Jürg Wyttenbach (Dirigent), Kurt Widmer (Bariton), Petra Hoffmann (Sopran), Detlev Roth (Bariton), Rudolf Lutz (Cembalo), Rolf Romei (Tenor), Viviane Chassot (Akkordeon), Clémence Tilquin (Sopran).

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