Homo Ludens

Konzertsaison 2018-2019

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Erleben Sie die Camerata Variabile fast wie im Konzert...

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Presse

FEEDBACK VON SCHARFEN EXPERTENOHREN ZU UNSEREN PROGRAMMEN

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"Kammerensembles von diesem Spitzenniveau sind nur selten zu hören. Die seit Jahren aufeinander eingespielten Musiker, jeder ein Solist von herausragendem Können, boten ein einmaliges Musikerlebnis."
Schaffhauser Nachrichten, Gisela Zweifel-Fehlmann

"Der Trompeter in der Badewanne. Strawinskys Sacre du printemps im Liegen gespielt. Ein Kartenset aus Toasts. Blicke durchs Papierfernrohr ins Publikum. Völlig dada? So viel Schabernack jedenfalls wurde in der Tonhalle schon lange nicht mehr getrieben. Die Camerata variabile brachte herrlich viel Unsinn aus Basel mit nach Zürich."
Tagesanzeiger Zürich, Rebecca Meyer

"  Von der camerata variabile eingeladen, eines ihrer Konzerte als Gast mitzugestalten, erlebte ich mitreissendes, kammermusikalisch subtil abgestimmtes Musizieren. Ich wünsche dem ausgezeichneten Ensemble weiterhin schönes Gelingen und viel Resonanz im baslerischen, schweizerischen und internationalen Musikleben."
Hansheinz Schneeberger, Violinist und Präsident des Freundeskreises

"Heartfelt gratitude again, for that beautiful, moving concert. How could Shostakovich express the agony of the human condition in one work? Just incredible- you and everyone really inspired me at a time when it is especially nourishing to feel the power of art and the symbolic world…  "
Trudy Fredericks, Konzertbesucherin Zürich

"Das Konzert war grossartig! Das sind Virtuosen, die auch eine Riesenfreude an ihrem Musizieren haben!"
Anita Mahler, Konzertbesucherin Schaffhausen

"Die Schlussovationen endeten kaum. Musikfreaks sollten sich diese Konzerte nicht entgehen lassen."
Schaffhauser Nachrichten

"Die Camerata variabile bringt uns ihre Musik mit Verve, Charme und Präzision – definitely Champions League."
Franz Goldschmidt, Konzertbesucher und Künstler

Pressespiegel

KURZZITATE

 

„Kammerensembles von diesem Spitzenniveau sind nur selten zu hören. Die seit Jahren aufeinander eingespielten Musiker, jeder ein Solist von herausragendem Können, boten ein einmaliges Musikerlebnis.”

Gisela Zweifel-Fehlmann, Schaffhauser Nachrichten 17.2.1014

 

„Von der camerata variabile liess man sich gern in Griseys Strudel (Vortex Temporum) hineinziehen, zumal die grosszügige Akustik der Wasserkirche den klanglichen Aspekt unterstützte.”

Jürg Huber, Neue Zürcher Zeitung 17.2.2014

 

„Der Trompeter in der Badewanne. Strawinskys Sacre du printemps im Liegen gespielt. Ein Kartenset aus Toasts. Blicke durchs Papierfernrohr ins Publikum. Völlig dada? So viel Schabernack jedenfalls wurde in der Tonhalle schon lange nicht mehr getrieben. Das Ensemble camerata variabile brachte herrlich viel Unsinn aus Basel mit nach Zürich.“
Rebecca Meyer, Tagesanzeiger Zürich 13.11.2013

 

„Die Camerata verbindet ohne Scheuklappen Musik unterschiedlicher Epochen und vergibt regelmässig Kompositionsaufträge”

Alfred Ziltener, Basellandschaftliche Zeitung 6.2.2016

 

„Die camerata variabile basel agierte mit Witz und hoher Musikalität auf technisch höchstem Niveau. Das Publikum war begeistert und hingerissen!“

Gisela Zweifel-Fehlmann, Schaffhauser Nachrichten 19.11.12

 

„Ein Kammerensemble von dieser Art ist eine Bereicherung für Basel.“

Paul Schorno, Basellandschaftliche Zeitung

 

„Kammermusik auf höchstem Niveau. Die Musiker der camerata variabile spielten beseelt und stimmig in einer bis aufs letzte Detail abgestimmten Wiedergabe.“

Fredy Ziltener, Basellandschaftliche Zeitung

 

„Zum Höhepunkt wurde Schönbergs Streichsextett-Klassiker „Verklärte Nacht“ – in einer wunderbar musizierten Aufführung, die farbenreich und nuanciert die kompositorische Fülle dieses Stücks auslotete.“

Basellandschaftliche Zeitung, 16.5.2009

 

„Dass auch Schumann zu den Neuerern und Stilbildnern gehört, bewies die camerata variabile mit ihrer fabelhaften, schlicht unüberbietbaren Interpretation von dessen Klaviertrio in g-Moll, die ihnen einen nicht enden wollenden Applaus einspielte.“

Rita Wolfensberger, Schaffhauser Nachrichten

 

„Ungewöhnliche Programme sind ein Markenzeichen des entdeckungslustigen Ensembles aus Basel.“

Felix Michel, NZZ

 

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GANZE KRITIKEN

 

Wenn die Stille zur Fülle wird

Schaffhauser Nachrichten, Rita Wolfensberger

29. März 2011

 

Die Camerata Variabile Basel hat ihren Auftritt unter den aussergewöhnlichen Titel «Haiku – Jenseits der Sprache – Japan» gesetzt und damit ein Hörerlebnis angeboten, das völlig über die übliche Konzerterfahrung hinausführte. Denn: Haiku ist eine aus Japan stammende lyrische Kurzform, die nur aus drei Verszeilen besteht und gleichzeitig poetischen, philosophischen und rhythmischen Inhalts ist. Wie japanische, vor allem aber auch westliche Komponisten solche Texte vertont, wie Dichter eigene Kurzpoeme nach japanischem Muster nachgebildet haben, das führten die Gäste in der Kirche Paradies auf packende Weise vor.

 

Dabei kam es vor allem zur Erfahrung des Japaners Toru Takemitsu, der «Wahrnehmung von Stille als Fülle und nicht als Vakuum», die auch die unsrige wurde; denn kurze Musik und Generalpausen ermöglichten immer wieder ein innerliches Verarbeiten des eben Gehörten, und die Komponisten wie die Interpreten gestalteten dieses Doppelspiel auf meisterhafte Weise. Die grosse Anzahl von Einzelnummern und -stücken kann hier natürlich nicht aufgelistet werden. Das Wesentliche sei aber erwähnt: Als einziger Beitrag eines Japaners erklang der überaus suggestive Dreiteiler «Towards the sea» von Takemitsu für Altflöte und Gitarre, von Isabelle Schnöller mit aller Akkuratesse geblasen und von Stephan Schmidt aufs Feinste sekundiert. Von Schweizer Tonschöpfern lernte man zwei markante Werke kennen: Hansheinz Schneeberger hat noch in diesem Jahr 2011 zwei Haikus ohne Text auf dieselben beiden Instrumente übertragen und deren Stimmungen zu starkem Ausdruck gebracht, was die beiden Interpreten gleichwertig zu gestalten wussten. Und Helena Winkelman erwies sich erneut nicht nur als hochbegabte Tonschöpferin, sondern auch als geradezu kongeniale Gestalterin japanischer Poesie mit der Vertonung von fünf Haikus, die nun erstmals gesungen wurden, nämlich durch den Bariton Kurt Widmer, der seine noble Stimme auf fabelhafte Weise zu nuancieren und unterschiedlich zu timbrieren versteht.  Auf höchst geschickte Weise war auf Abwechslung in den aufeinanderfolgenden Programmnummern geachtet worden. So war als Konzerteingang bereits ein Streichtriofragment von Schubert erklungen, dem auch als Rahmen das entsprechende «Lento e patetico» für Quartettformation vorbehalten wurde, und zwischendrin hatten Widmer und Schmidt noch mit bewegender Sensibilität dessen «Meeresstille» interpretiert, deren Geistesnähe zum Haiku unverkennbar ist. Den gewichtigen Schluss des Abends bildete György Kurtágs Werk «Pas à pas – nulle part» auf Kurztexte von Samuel Beckett / Seb. Chamfort für Bariton, Streichtrio und Perkussion, das gewissermassen die Zusammenfassung alles Erlebten darstellte, wobei der Schlagzeuger solistische Funktionen an einer Fülle von Instrumenten auf atemraubende Weise zusätzlich wahrnahm. Tief beeindruckt spendete ein beachtlich zahlreiches Publikum allen Interpreten ergriffenen Beifall.

 

 

 

Filigrane Klanggebilde

Basellandschaftliche Zeitung, Alfred Ziltener

28. März 2011

 

Musikalische Haikus standen im Mittelpunkt eines faszinierenden, klug und konsequent konzipierten Konzerts der Camerata variabile in der Gare du Nord. In dieser Spielzeit kreisen die Programme des Ensembles um die wechselseitig befruchtende Beziehung zwischen der westlichen Kultur und verschiedenen fernöstlichen Kulturen sowie um die Beziehung von Sprache und Musik.

 

Nach China ging es nun um Japan. Natürlich stand das Programm schon lange vor den Katastrophen im Inselstaat fest. Der erste Teil brachte die Uraufführung einer Reihe von Haiku-Vertonungen für Flöte und Streichtrio, lauter Auftragswerken der Camerata. «Der Goldfasan» von Hansheinz Schneeberger, der – leider – kaum als Komponist hervortritt, ist ein filigranes Gebilde aus Streicherklängen, in die sich von Ferne die Flöte mischt. Ebenso subtil ist sein «Sie sagten kein Wort», ein Verharren in musikalischen Schwebzuständen. Ein exquisites Klanggespinst, dem sparsam eingesetzte fernöstliche Harmonik einen eigenen Reiz verleiht, komponierte der 1981 in Eriwan geborene Arman Gushchyan, ein Schüler von Roland Moser. «Seiyû» von Lukas Langlotz wirkte mit  seinen sieben Minuten Dauer diesen Miniaturen gegenüber schon fast wie eine sinfonische Dichtung. In der kurzen Form fasst es unterschiedliche Welten, hier kompakte, zupackende Gesten, dort von Pausen durchsetzte Klänge, dramatische Zuspitzungen und am Schluss ein schier endloses langsames Verklingen. Die Camerata-Musiker interpretierten diese Stücke wunderbar nuanciert und mit grosser Sensibilität.

 

Stephan Schmidt hat die «7 Haikus» für Klavier von John Cage sehr stimmig für Gitarre bearbeitet und  war auch selber der feinfühlige Interpret dieser musikalischen Kalligrafie.  Von Helena Winkelmann hörte man die fünf Haiku-Vertonungen von 2005, gesungen vom Widmungsträger Kurt Widmer. Und wie! Der Bariton, der im Dezember 70 Jahre alt geworden ist, verfügt noch immer über erstaunliche stimmliche Mittel, Ausstrahlung und reife Gestaltungskraft. Widmer war auch der geradezu ideale Interpret von György Kurtags «Pas à pas . . . nulle part» nach kurzen Gedichten Samuel Becketts am Schluss des Abends. Kurtag setzt diese Äusserungen eines desillusionierten, vereinsamten Menschen um in ausdrucksstarke Musik, deren Palette von fast tonloser Resignation bis zu bitterem Sarkasmus reicht. Widmer und die Instrumentalisten loteten diese Musik packend aus.

 

 

 

Chinesisches und Chinoiserien

Basellandschaftliche Zeitung, Alfred Ziltener

15. Januar 2011

 

Gare du Nord Das Ensemble Camerata Variabile wagt einen Blick nach China.

Flirrende, gleissende Klänge, punktiert von silberhellen Xylofontönen, durchzogen den Saal der Gare du Nord zu Beginn des Konzerts der Camerata Variabile: höfische Musik aus dem mittelalterlichen China, allerdings gespielt auf modernen Instrumenten und der chinesischen Mundorgel Shen.

 

«Also sprach Lao-Tse» war der Abend überschreiben, der einerseits den Beziehungen zwischen westlicher und chinesischer Musik, andererseits den Berührungen von Musik und Sprache nachgehen wollte. Dazu hatte das Ensemble zwei vielseitige Gäste eingeladen. Der Schweizer Perkussionist Lucas Niggli ist ein Grenzgänger zwischen den Stilen; der Sheng-Spieler Wu Wie kommt aus der chinesischen Tradition, experimentiert aber mit den traditionellen Instrumenten auch in den Bereichen Neue Musik, Jazz, Improvisation. Wenn sie mit der ebenfalls mit vielen musikalischen Wassern gewaschenen Geigerin Helena Winkelman improvisierten, schienen die kulturellen Gegensätze aufgehoben in der gemeinsamen musikalischen Sprache, zumal wenn sich die Männer von der Violinistin zum ausgelassenen Tanz verführen liessen. Mit Wu Weis kunstvoll mit Tonhöhen arbeitender Rezitation eines Texts von Lao-Tse in der zweiten Improvisation fand auch die gesprochene Sprache Eingang in die Musik. In zwei Chinoiserien für Flöte solo des jung verstorbenen Debussy-Zeitgenossen Pierre Octave Ferroud brillierte Isabelle Schnöller mit leuchtenden, biegsam phrasierten Legato-Bögen. Klanglich ausgesprochen reizvoll ist «Wu» des 1941 in Settin geborenen Klaus Hinrich Stahmer: Sheng und Klarinette bilden Flächen, vor denen sich die Wellenbewegungen des Cellos wie musikalische Kalligrafie ausnehmen. Karin Dornbusch, Wu Wei und Christoph Dangel interpretierten das Stück mit grosser Sensibilität. Als Uraufführung hörte man das Ensemble-Stück «Contrôle . . . déten- du» des in Basel lehrenden Qiming Yuan.

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